28. Juni 1914 Das Attentat von Sarajevo

Das Attentat von Sarajevo 1914:  Geschichte wird lebendig

Update: Herausragender Fernsehfilm mit Heino Ferch

Sarajevo 1914: Der Attentäter Gavrilo Princip (Eugen Knecht) ©ZDF/ Petro Domenigg

Sarajevo 1914: Der Attentäter Gavrilo Princip (Eugen Knecht)
©ZDF/ Petro Domenigg

Das Attentat von Sarajevo: Am 28. Juni 1914 schlägt der Welt in Sarajevo die Schicksalsstunde des vergangenen Jahrunderts, der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau Sophie fallen in der bosnischen Hauptstadt einem Attentat zum Opfer. Der Untersuchungsrichter Leo Pfeffer, den es tatsächlich gab, soll die serbischen Attentäter vernehmen und die Anklage vorbereiten. Mitten in den bereits anlaufenden Kriegsvorbereitungen kämpft Pfeffer darum, die wahren Hintergründe herauszufinden. Er ist aber persönlich angreifbar, da er sich in eine schöne Serbin verliebt hat.

Das Fazit vornweg: der Fernsehfilm des ORF Das Attentat von Sarajevo hat alles, was eine gelungene Produktion braucht. Hervorragende Darsteller, eine stark charakterbezogene Handlung, eine gelungene Dramaturgie und eine einfühlsame, historisch genaue und glaubwürdige Inszenierung. 

Dr. Herbert Sattler (Heino Ferch) ©ZDF/ Petro Domenigg

Dr. Herbert Sattler (Heino Ferch) ©ZDF/ Petro Domenigg

Untersuchungsrichter Leo Pfeffer (Florian Teichtmeister)  ©ZDF/ Petro Domenigg

Untersuchungsrichter Leo Pfeffer (Florian Teichtmeister) ©ZDF/ Petro Domenigg

Der deutsche Reichskanzler Otto von Bismark hatte es Jahrzehnte vor den Ereignissen des 28. Juni 1914 prophezeit: Irgendeine ganz lächerliche Angelegenheit auf dem Balkan werde den nächsten Krieg auslösen so wie das Attentat von Sarajevo.

Das Das Attentat von Sarajevo auf den Thronfolgers war dann dieses Schlüsselereignis und es löste nicht irgendeinen Krieg aus sondern die Ur-Katastrophe des  2o. Jahrhunderts

In Das Attentat von Sarajevo 1914 leitet der Untersuchungsrichter Leo Pfeffer, dargestellt von dem österreichischen Schauspieler Florian Teichtmeister, eine Untersuchung deren Ergebnis von vorneherein feststehen soll.

Letztlich soll Pfeffer nur bestätigen, was im Interessen der Mächtigen ist, nämlich dass die serbische Regierung hinter dem Attentat steckt. Seine Untersuchungsergebnisse sollen quasi den Kriegsgrund liefern. Dennoch versucht er die Wahrheit herauszufinden und gerät damit in Konflikt mit seinen Vorgesetzten.

Historischer Hintergund: Das Attentat von Sarajevo

Was geschah am 28. Juni 1914?

Beim Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 wurden der Thronfolger Österreich-Ungarns, Erzherzog Franz Ferdinand, ein Sohn der ebenfalls einem Attentat zum Opfer gefallenen österreichischen Kaiserin Elisabeth (auch bekannt als „Sissi“) und seine Gemahlin Sophie Chotek, Herzogin von Hohenberg, bei ihrem Besuch in Sarajevo von Gavrilo Princip, dem Mitglied einer jugoslawischen-nationalistischen Bewegung, ermordet. Das Attentat in der bosnischen Hauptstadt löste die Julikrise aus, die im Ergebnis zum Ersten Weltkrieg führte.

Die Ereignisse des 28. Juni: das erste Attentat von Sarajevo

Das Attentat auf den österreichischen Thronfolger und seine Frau, zeitgenössische Darstellung.

Das Attentat auf den österreichischen Thronfolger und seine Frau, zeitgenössische Darstellung.

Das Thronfolger-Ehepaar residierte während seines Staatsbesuchs in Ilidža, einem Badeort etwa 12 Kilometer westlich von Sarajevo. Am 28. Juni 1914 reisten beide mit ihrem Gefolge per Eisenbahn weiter Richtung Sarajevo, wo Franz Ferdinand und seine Frau am Stadtrand eine Tabakfabrik besuchten. Gegen zehn Uhr früh fuhr die Gesellschaft in einer Wagenkolonne aus sechs Fahrzeugen in die Stadt ein.

Dort kam es zu einem ersten Attentat, ein Mitglied der Terror-Gruppe „Schwarze Hand“, von denen mehrere über die vermutete Wegstrecke des Thronfolgers verteilt waren, warf vom Straßenrand aus eine selbstgebaute Bombe in Richtung des Wagens von Franz Ferdinand. Der Fahrer bemerkte das Objekt jedoch und gab Gas, während Franz Ferdinand den Arm hob um seine Frau zu schützen. Die Bombe prallte von Franz Ferdinands Arm ab, fiel über das zurückgelegte Verdeck des Wagens nach hinten und explodierte kurz vor dem dritten Automobil, wobei zwei Mitreisende, Oberstleutnant Merizzi und Graf Boos-Waldeck und sechs unbeteiligte Passanten zum Teil schwer verletzt wurden.

Der zweite Anschlag gelang – zufällig

Franz Ferdinand und seine Frau bei Abfahrt vom Rathaus Richtung Krankenhaus, ca.  fünf Minuten vor dem tödlichen Attentat

Franz Ferdinand und seine Frau bei Abfahrt vom Rathaus Richtung Krankenhaus, ca. fünf Minuten vor dem tödlichen Attentat

Franz Ferdinand setzte seine Reise trotz dieses ersten Attentats zunächst wie geplant fort. Jedoch entschloss er sich im Laufe des Vormittags die beiden beim ersten Anschlag verletzten Mitglieder seiner Reisegesellschaft im Krankenhaus zu besuchen, was sich als eine fatale Entscheidung herausstellen sollte.

Die Mitglieder der „Schwarzen Hand“ hatten sich nach dem Misserfolg des ersten Attentats in alle Winde zerstreut, der spätere Todesschütze Gavrilo Princip war in ein Kaffeehaus eingekehrt. Genau dort sollte es kurz darauf zu einer schicksalhafte Begegnung kommen, denn der Wagen des Thronfolgers kam kurze Zeit später genau vor an dieser Stelle vorbei. Der Fahrer von Franz Ferdinand war ortsunkundig und verfuhr sich auf dem Weg zum Krankenhaus mehrfach. Die dann folgenden dramatischen Ereignisse sind durch Augenzeugen überliefert…

Die Schüsse von Sarajevo

Der Wagen, in dem Franz Ferdinand und Sophie Chotek durch Sarajevo gefahren wurden, das Einschussloch ist noch zu sehen. Der Wagen steht heute im Heeresgeschichtlichen Museum zu Wien

Der Wagen, in dem Franz Ferdinand und Sophie Chotek durch Sarajevo gefahren wurden, das Einschussloch ist noch zu sehen. Der Wagen steht heute im Heeresgeschichtlichen Museum zu Wien

Zu seiner großen Überraschung sah Princip, wie der Wagen mit dem Erzherzog genau vor dem Café anhielt, in dem er sich befand. Der Attentäter stand auf, stürzte hinaus auf die Straße, zog seine Pistole und schoss aus wenigen Metern Entfernung zwei Mal. Das erste Projektil durchschlug die Fahrzeugwand, wobei sich das Geschoss verformte, scharfkantig wurde und sich zu drehen begann. Es traf Sophie in den Unterleib und fügte ihr dort eine Reihe von tödlichen Verletzungen zu, an denen sie innerhalb kürzester Zeit im Wagen verblutete.

Als Franz Ferdinand merkte, dass seine Frau getroffen worden war, schrie er: „Sopherl! Sopherl! Stirb nicht! Bleib‘ am Leben für unsere Kinder!“ Unmittelbar danach fiel der zweite Schuss, der Franz Ferdinand in den Hals traf, seine Halsvene zerriss und seine Luftröhre verletzte. Der vor ihm sitzende Graf Harrach drehte sich um, packte den Thronfolger an der Schulter und rief: „Majestät, was ist Euch?“, woraufhin Franz Ferdinand erwiderte: „Es ist nichts…“ und einen Moment später das Bewusstsein verlor. Schnell herbeigeeilte Ersthelfer versuchten hektisch, das Leben des Thronfolgers zu retten, was jedoch nicht gelang. Franz Ferdinand erlag kurz darauf seinen Verletzungen. Attentäter Princip sagte später aus, dass er die Frau des Thronfolgers beim Attentat von Sarajevo  nicht habe treffen wollen.

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