Warum? Béla Réthy kommentiert das Achtelfinale

Béla Réthy kommentiert das Achtelfinale der deutschen Mannschaft gegen Algerien

Kommentiert das WM-Viertelfinale der deutschen Nationalmannschaft gegen Algerien: WM Livereporter Béla Réthy ©ZDF und Jan Haeselich

Kommentiert das WM-Viertelfinale der deutschen Nationalmannschaft gegen Algerien: WM Livereporter Béla Réthy ©ZDF und Jan Haeselich

Update: Béla Réthy kommentiert das Achtelfinale der deutschen Mannschaft – diese Meldung ist nicht überraschend für den deutschen Fußballfreund, aber sie ist dennoch mehr als unerfreulich. Das Spiel Deutschland gegen Algerien bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien könnte Freude machen, sehr viel sogar. Leider aber hat die Leitung der Sportredaktion des ZDF eine Entscheidung getroffen, die diese Freude für den Fernsehzuschauer erheblich mindert: Béla Réthy kommentiert das Achtelfinale der deutschen Mannschaft.

Es ist genug geschrieben sollte man meinen über den vorgeblichen Vorzeigereporter des ZDF, dem es mit schöner Regelmäßigkeit gelingt, ein völlig anderes Spiel zu sehen als alle anderen Zuschauer, sei es im Stadion oder an den Bildschirmen. Kübel von Häme sind über ihm ausgeschüttet worden, in den sozialen Netzwerken und in vielen Kommentarspalten von Blogs und Zeitungen. Seine schönsten Zitate laden zu Dauerspot ein. Einige wenige Kommentatoren weisen die heftige Kritik an Béla Réthy zurück, mit dem Hinweis auf das ach so böse Internet, in dem angeblich alles nur negativ sei. Eigentlich ist alles zum Thema  Béla Réthy gesagt – und doch auch nicht. Denn der nächste GAU steht am Montag bevor: Béla Réthy kommentiert das Achtelfinale der deutschen Mannschaft gegen die Nationalmannschaft von Algerien. 

Hier muss man einfach noch einmal fragen: Béla Réthy kommentiert das Achtelfinale der deutschen Mannschaft – warum nur, warum? Hat das ZDF keine besseren Leute? Ok, es sind nicht viele, aber das ZDF hat bessere Leute.  Der Veteran am Mikrofon, Wolf-Dieter „Poschi“ Poschmann wäre eine Alternative – aber der kommentiert Frankreich gegen Nigeria. Auch Oliver Schmidt und Thomas Wark wurden anders besetzt. Vier Spiele, vier Reporter – und am Ende lautet die Entscheidung des ZDF: Béla Réthy kommentiert das Achtelfinale der deutschen Mannschaft. 

Nicht Poschi oder Schmidt – Béla Réthy kommentiert Achtelfinale

Wieder werden die Zuschauer von Eckbällen hören, die Einwürfe sind, werden die Namen angeblich ballführender Spieler hören, die aber nicht einmal in der Nähe des Balles sind, werden Fouls erklärt bekommen, bei denen für jeden Zuschauer offensichtlich ist, dass es keine Berührung zwischen den Spielern gab, jedem, außer Béla Réthy. Wieder werden die Zuschauer sich die Augen reiben und sich die immer gleichen Fragen stellen: sieht Béla Réthy überhaupt das gleiche Spiel? Warum erzählt er die gleiche Geschichte immer und immer wieder? Man muss dem Schicksal und der FIFA ja schon dankbar sein, dass das Spiel nicht im Maracana-Stadion stattfindet, denn dann hieße es wieder „Trauma, 200.000 Zuschauer, 1950, Uruguay-Brasilien… bla bla bla…“. Im Rhythmus einer tibetanischen Gebetsmühle kämen all die Geschichten wieder und wieder. Das Spiel findet aber in Porto Allegre statt. Bestimmt gibt es auch über diese Spielstätte Geschichten zu erzählen, die niemanden interessieren. So wird es nun also wieder sein, denn Béla Réthy kommentiert das Achtelfinale der deutschen Mannschaft.

Mit einer gewissen Resignation muss man festhalten: die Fußballfans werden warten müssen, bis Béla Réthy das Alter zum Erreichen des wohlverdienten Ruhestands erlangt hat. Oder irgendwer beim ZDF ein Einsehen hat und ihm einen Co-Kommentator zur Seite stellt, der wenigstens alle falsch interpretierten Szenen, die es gewiss auch am Montag wieder reichlich geben wird, korrigiert, auch wenn er oder sie damit richtig Arbeit hätte. Oder der geneigte Zuschauer wählt das Bild des ZDF und dazu den Ton einer Radio-Übertragung. Was auch immer geschehen wird in der Zukunft, am Montag wird es unweigerlich so sein: Béla Réthy kommentiert das Achtelfinale der deutschen Mannschaft.