Die geheimnisvolle Karte der Wikinger

Die Vinland Karte der Wikinger

Die Legende der Wikinger – Karte Sonntag, 17. August 2014, 15.45 Uhr, in ZDFneo

Die Legende der Wikinger Karte © ZDF und © 2012 Blink Entertainment/Treasures Investigatons Inc

Die Legende der Wikinger Karte
© ZDF und © 2012 Blink Entertainment/Treasures Investigatons Inc

Die Karte der Wikinger: An der Yale University in Connecticut ist in einem Tresor ein wirklich außergewöhnliches Dokument eingeschlossen, das, wenn es denn authentisch ist, die Geschichte der westlichen Welt neu schreiben würde. Dieses Dokument, das als die „Vinland Karte“ bekannt ist, stellt eine erstaunlich exakte Darstellung der Kontinente der Erde dar.

Es ist die kleine, als „Vinland“ markierte Landmasse auf der linken Seite der Karte, welche eine perfekte Nachzeichnung der Ostküste Nordamerikas darstellt. An sich keine Besonderheit, jedoch ist die Karte auf das Jahr 1440 und somit 50 Jahre vor Kolumbus‘ großer Entdeckung eben jenes Kontinenten datiert. Seit seiner Entdeckung anno 1957 war dieses Stück Papier Gegenstand vieler wissenschaftlicher Authentizitätsprüfungen. Handelt es sich um eine außergewöhnlich gute Fälschung oder ist das Pergament echt?

Wade Hillier und Megan Tilley  in ihrem Wikinger Haus in  L'Anse aux Meadows  © ZDF © 2012 Blink Entertainment/Treasures Investigatons Inc

Wade Hillier und Megan Tilley in ihrem Wikinger Haus in L’Anse aux Meadows
© ZDF © 2012 Blink Entertainment/Treasures Investigatons Inc

Wenn diese Karte im 15. Jahrhundert geschaffen wurde, bezeugt sie das Wissen der Wikinger über Nordamerika – und das deutlich vor dem großen Kolumbus. Doch wie ist es möglich, dass ein Kartograph der Wikinger über derartige Informationen verfügte? Pergament, Tinte und Schreibstil eröffnen die Möglichkeit, dass die „Vinland Karte“ von einem Kirchenvorstand in einer Kirche in Basel gezeichnet wurde. Hier trafen sich in den 1430er Jahren Bischöfe und Priester aus ganz Europa, um über die Zukunft der römisch-katholischen Kirche zu debattieren und Wissen auszutauschen.

Könnte Kolumbus von der Existenz einer derartigen Karte gewusst haben, bevor er seine Segel setzte? Oder ist die Karte eine sehr viel jüngere und clevere Fälschung? Diese Theorie vertreten die führenden altnordischen Gelehrten und behaupten, dass ein moderner Fälscher zu Kriegszeiten in einem geheimen Kloster in Österreich an diesem Schriftstück gearbeitet hat. Folgt man jedoch der Geschichte der Karte und beachtet ihre archäologischen Hinweise, entdeckt man eine Wikingersiedlung auf Neufundland vor der Küste von Nordamerika.

Die Dokumenation begibt sich auf das Replikat eines Wikingerschiffes, um das Reisen und die Navigation der Wikinger authentisch nachzuerleben. Ist es möglich, dass dieses kriegerische Seevolk dem großen Entdecker Kolumbus zuvorkam? Muss die konventionelle Geschichte neu geschrieben werden? Oder handelt es sich um eine bloße Fälschung? Diese Dokumentation geht der Frage der geheimnisvollen Vinland Karte der Wikinger auf den Grund.

TV-Tipp zum Thema Wikinger Sonntag, 24. August 2014 um  19.30 Uhr im ZDF:

Terra X: Zeitreise – die Welt im Jahr 1000

Professor Matthias Wemhoff auf Klippe am Wasser: Auf den Spuren der Wikinger auf Island um das Jahr 1000.  ©ZDF und Hans Jakobi

Professor Matthias Wemhoff auf Klippe am Wasser: Auf den Spuren der Wikinger auf Island um das Jahr 1000.
©ZDF und Hans Jakobi

Meist nur als brutale Zeitgenossen verschrien, die andere Völker unterjochen, Dörfer und Städte brandschatzen, die Frauen schänden, sind es die Wikinger, die um das Jahr 1000 eine erste, frühe Form der Demokratie, die diesen Namen auch verdient, begründen. Doch wer die Regeln bricht, bekommt die ganze Wildheit der Nordmänner zu spüren. Letzte Zuflucht der Geächteten ist eine Lavahöhle – nach den Überlieferungen der Wikinger die Höhle eines Feuerriesen.

Eine aktuelle Grabung bringt es ans Tageslicht: In der bizarren lebensfeindlichen Höhle lebte eine Gemeinschaft von Verstoßenen über lange Zeit. Nur wenige Verstoßene verfügten über die Mittel, die Insel zu verlassen, die meisten mussten in dieser Lavahöhle leben. Doch die, die es sich leisten konnten, schrieben nicht selten Geschichte. So wie Erik der Rote, der nach Grönland aufbrach und dort siedelte. Die größte Entdeckung dieser Zeit aber war seinem Sohn, Leif Eriksson, vorbehalten: Im Jahr 1001 setzt er als erster Europäer seinen Fuß auf amerikanischen Boden. Nur mit Hilfe der Archäologie können hierfür Belege erbracht werden. Denn aufgeschrieben haben die Wikinger nichts. Schrift im Alltag gab es nicht. Nur profane Daten wurden in einer einfachen Kurzschrift, den Runen, mitgeteilt. Vor allem weil sie über kein komplexes Schriftsystem verfügten, gelten die Wikinger daher bis heute oftmals nicht als eine Hochkultur.