Die Welt der Mumien bei Terra X

Die Welt der Mumien

Terra X Doku am Sonntag, 27. Juli um 19.30 Uhr im ZDF

In der Gruft des Kapuzinerkloster im italienischen Palermo haben rund zweitausend Verstorbene ihre letzte Ruhestätte gefunden. ©ZDF und Spiegel TV GmbH

In der Gruft des Kapuzinerkloster im italienischen Palermo haben rund zweitausend Verstorbene ihre letzte Ruhestätte gefunden.
©ZDF und Spiegel TV GmbH

Mumien – sie üben eine besondere Faszination aus, sind stille  Zeugnisse einstigen Lebens, berichten schweigend und doch beredt über Biografien, Lebensläufe, Krankheiten und die Lebensumstände längst Verstorbener. 

Der Wunsch den Tod zu überwinden ist so alt wie die Menschheit. Bei vielen Völkern ist dieser Wunsch eng an die Erhaltung des Körpers geknüpft. Vor allem die alten Ägypter sind berühmt für die Kunst der Einbalsamierung. Den von ihnen konservierten Leichnamen verdanken die „Mumien“ auch ihren Namen. Er leitet sich von dem Wort Mumia ab, der arabischen Bezeichnung für Bitumen oder Erdpech. Heute werden jedoch alle Leichname als Mumie bezeichnet, die durch natürliche Umstände oder künstliche Verfahren vor der Verwesung bewahrt werden. 

Dementsprechend gibt es auch „deutsche“ Mumien. Schloss Sommersdorf bei Nürnberg ist Schauplatz eines besonders mysteriösen Falls: In einem Wehrgang haben viele Ahnen des Adelsgeschlechts „von Crailsheim“ ihre letzte Ruhestätte gefunden. Obwohl sie nicht künstlich mumifiziert wurden, sind ihre Körper gut erhalten. Ein Team des German Mummy Projects will das Geheimnis zusammen mit dem Mumien-Experten Dr. Albert Zink jetzt lüften und setzt dabei neueste wissenschaftliche Methoden ein. 

Laut einer alten Chronik verstarb Freifrau von Kniestedt im Alter von 43 Jahren nach der Geburt ihres achten Kindes.  ©ZDF und Spiegel TV GmbH

Laut einer alten Chronik verstarb Freifrau von Kniestedt im Alter von 43 Jahren nach der Geburt ihres achten Kindes.
©ZDF und Spiegel TV GmbH

Wann immer es um spannende neue Funde im Bereich der Mumienforschung geht, ist Albert Zink ein gefragter Mann. Der Experte hat nicht nur die Mumien der Pharaonen untersucht, sondern auch die „schönste Mumie der Welt“. Ihr Zuhause ist die Gruft unter dem Kapuzinerkloster in Palermo. Insgesamt gibt es dort mehr als 2000 Mumien, doch die zweijährige Rosalia Lombardo, die 1920 an der Spanischen Grippe starb, stiehlt ihnen allen die Schau. Wer sie sieht, kann kaum glauben, dass das Kind nicht nur schläft, sondern seit fast 100 Jahren tot ist. Das Rätsel um ihren Erhaltungszustand wurde erst vor wenigen Jahren von dem Expertenteam um Albert Zink gelöst. 

Jede Mumie erzählt ihre eigene Geschichte: sei es die eines Mordkomplotts, dem ein ägyptischer Pharao zum Opfer fiel; die der Besiedelung fremder Länder wie den peruanischen Anden oder der chinesischen Wüste Taklamakan; die eines Grubenunglücks in einem Salzbergwerk im Iran. Wie Zeitkapseln geben Mumien den Blick auf längst vergangene Zeiten und Schicksale frei.