Doku: Haben Jugendliche nur Porno im Kopf?

Haben Jugendliche nur Porno im Kopf?

Doku auf 3Sat am 16. Oktober um 20.15 Uhr

Nur Porno im Kopf? Schüler der York High School im Gespäch mit dem Autor ©ZDF und Simon Priestman; Blink Films 2013

Nur Porno im Kopf? Schüler der York High School im Gespäch mit dem Autor
©ZDF und Simon Priestman; Blink Films 2013

Nur Porno im Kopf? Martin Daubney, Journalist und Vater eines Jungen, der mit zehn Jahren bald in dem Alter sein wird, in dem Kinder heute zum ersten Mal Pornografie sehen, fragt Neurowissenschaftler, Therapeuten und Erziehern, aber auch Jugendliche selbst: Ist Pornografie wirklich schädlich für Kinder und Jugendliche? Welche wissenschaftlichen Beweise gibt es dafür?

Während die Jugendlichen selbst eher kein Problem mit Pornografie haben und sich ihr Sexualverhalten offenbar durch das Anschauen von Pornos nicht verändert hat, gibt es doch einen Hinweis darauf, dass gerade für Jugendliche der regelmäßige Konsum nicht ohne Nebenwirkungen bleibt: Eine Studie der University of Cambridge belegt, dass die Gehirne junger Männer, die sich selbst als „Porno-süchtig“ bezeichnen, die typischen Merkmale von Sucht aufweisen.

Und Jugendliche sind offenbar anfälliger für die Entwicklung von Suchtverhalten, weil ihr Gehirn sich noch im Umbau befindet. Martin Daubney sucht auch nach Lösungen: Er prüft, ob technische Hilfsmittel den Zugang zu Pornografie effektiv unterbinden können, und spricht mit Experten, die eine sachliche Aufklärung über Sex, Beziehungen und Pornografie in der Schule fordern. Daubney kommt zu dem Schluss, dass dies weitaus früher geschehen muss als es Eltern und Erziehern lieb ist, damit schon Kinder Pornografie als das erkennen können, was es ist: Schauspielerei.

Die 3satWissenschaftsdokumentation „Nur Porno im Kopf“ von Alexander Marengo untersucht zusammen mit dem Journalisten Martin Daubney die Auswirkungen von regelmäßigem Porno-Konsum auf die Entwicklung von Jugendlichen.

Im Anschluss an die Porno – Doku diskutiert Gerd Scobel mit seinen Gästen Mechthild Eickel von der Bochumer Beratungsstelle „Madonna“, dem Mediziner Norbert Brockmeyer und dem Soziologen Udo Gerheim das Thema „Sex gegen Geld“: Zwangsprostitution, Straßenstrich und die wenig beachtete Rolle der Freier.

Dabei geht der Blick auch auf die Nachbarländer: So hat Schweden die Prostitution seit 2000 verboten, und auch Frankreich erwägt, in Zukunft die Freier zu bestrafen. Die Gesprächsrunde erörtert den Sinn und die Wirksamkeit derartiger Verbote und Sanktionen, zumal Prostitution nicht nur ein Geschäft für Prostituierte, Zuhälter und Bordellbesitzer ist, sondern auch für den Staat und die Banken.