Frühgeburten: Früher Kampf ums Leben

Frühgeburten: Früher Kampf ums Leben

Frühgeburten: Früher Kampf ums Leben am 08.01. um 20.15 Uhr auf 3Sat

Frühgeburten - Berührungen sind wichtig - gerade auch für extreme Frühchen © ZDF und Martin Christ; Christ Media GmbH

Frühgeburten – Berührungen sind wichtig – gerade auch für extreme Frühchen
© ZDF und Martin Christ; Christ Media GmbH

Frühgeburten: die außergewöhnliche 3Sat Wissenschafts-Dokumentation „Früher Kampf ins Leben“ begleitet extreme Frühchen in Deutschland, Österreich und Japan und benennt die medizinischen und ethischen Gründe für die unterschiedlichen Herangehensweisen.

In Deutschland sind sieben von 100 Neugeborenen Frühgeburten. Und es werden mehr, denn die Risikofaktoren nehmen zu: Immer mehr Frauen entscheiden sich erst spät für Kinder, und die Zahl der künstlichen Befruchtungen steigt. Dabei kommt es nicht nur häufiger zu Mehrlingsgeburten – eine künstliche Befruchtung verdoppelt auch das Risiko auf eine Fehl- und Frühgeburt.

Besonders schwer ist der Start ins Leben für die „extremen Frühchen“: Kinder, die nicht älter als 26 Wochen sind. Sie tragen ein erhöhtes Risiko für Missbildungen. Es kann zu geistigen Beeinträchtigungen kommen, zu Lähmungen, zu Problemen mit Lungen- und Magen-Darm-Trakt oder zu eingeschränktem Seh- und Hörvermögen. Doch immer häufiger gelingt es den Medizinern, diesen Kindern nicht nur das Leben zu retten, sondern ihre Chancen für eine gute Lebensqualität zu erhöhen.

Forschung und klinische Medizin tasten sich näher an den Menschen im Grenzbereich zwischen Zeugung und Reife heran. Angela Kribs, Neonatologin an der Universitätsklinik Köln: „Je mehr wir über die Entwicklung dieser kleinsten Kinder wissen, umso mehr lernen wir und umso mehr profitieren die etwas älteren Kinder davon bei unserer medizinischen Behandlung.“

Doch die Frühchenbehandlung bleibt ein heikles Thema in Europa, die Ärzte sind sich nicht einig, ab wann es sinnvoll ist, Leben um jeden Preis zu erhalten. Es gibt unterschiedliche Richtlinien: In Deutschland sind Mediziner gesetzlich verpflichtet, Leben ab 24 Wochen zu erhalten. Darunter arbeiten sie in einer rechtlichen Grauzone und es liegt in ihrem Ermessen, ob sie die winzigen Wesen mit allen Mitteln am Leben halten. Ähnlich handeln Ärzte in Österreich. In der Schweiz, in Frankreich und in den Niederlanden werden extreme Frühchen dagegen nur selten vor 25 Wochen am Leben gehalten.