Himmler räumt ZDF-Manipulation ein

ZDF-Manipulation bei „Deutschlands Beste“

ZDF Programmdirektor Dr.Norbert Himmler äußert sich zu den Manipulationen bei "Deutschlands Beste" ©ZDF und Carmen Sauerbrei

ZDF Programmdirektor Dr.Norbert Himmler äußert sich zu den Manipulationen bei „Deutschlands Beste“
©ZDF und Carmen Sauerbrei

ZDF-Manipulation: So ganz nachvollziehen kann man das eigentlich nicht. Da rutscht Ursula von der Leyen von Platz 4 auf Platz 6, Hannelore Kraft hingegen klettert von Platz 5 auf Platz 4. Glaubte da in der zuständigen Redaktion tatsächlich, der Rang sei von Belang? Wollte irgendwer den anwesenden Gästen gefällig sein?

Gab es etwa gar politische Motive? Verschwörungstheorien werden hier nicht weiterhelfen, die Sache ist aber auch keine Lappalie. ZDF Programmdirektor Norbert Himmler musste einräumen: „Die Veränderungen am Ergebnis der Forsa-Umfragen sind ein grober Verstoß gegen die Programmrichtlinien des ZDF“.

Das stimmt allerdings, die ZDF-Manipulation kann nicht folgenlos bleiben denn in den  den ZDF-Richtlinien für „Sendungen und Telemedien-Angebote“ heißt es wörtlich: „Die Berichterstattung muss von vorbehaltlosem Willen zur Wahrhaftigkeit und Sachlichkeit bestimmt sein. Zweifel an der Zuverlässigkeit einer Nachricht sind zum Ausdruck zu bringen.“ Angesichts der ZDF-Manipulation kann hiervon nun keine Rede mehr sein, im Gegenteil. Zum Ausdruck kam am Ende nur der Wille des oder derjenigen, die für die ZDF-Manipulation die Verantwortung tragen oder sie einfädelte, wer auch immer das gewesen sein mag.

Für das ZDF ist die Manipulation eine Art Super-Gau der Glaubwürdigkeit. Man muss dem Sender allerdings zugute halten, dass er den Skandal selbst aufklärte und sich ohne äußeren Druck der Öffentlichkeit gegenüber erklärte. Keine einfache Situation für den guten und integeren ZDF-Programmdirektor Dr. Norbert Himmler, diese ZDF-Manipulation einzuräumen, das kann sich ein jeder vorstellen. Konsequenzen kündigte Himmler zudem verständlicher Weise auch an.

ZDF-Manipulation: was war geschehen:

Rutschte ohne eigenes Zutun bei "Deutschlands Beste" einen Platz nach oben - warum auch immer: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, hier mit Moderator Johannes B. Kerner ©ZDF und Max Kohr

Rutschte ohne eigenes Zutun bei „Deutschlands Beste“ einen Platz nach oben – warum auch immer: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, hier mit Moderator Johannes B. Kerner
©ZDF und Max Kohr

Die Ranglisten für die beiden ZDF-Shows „Deutschlands beste Männer“ und „Deutschlands beste Frauen“ entsprechen nicht der repräsentativen Forsa-Umfrage. Das ist das Ergebnis einer internen Untersuchung, die Programmdirektor Norbert Himmler Anfang dieser Woche beauftragt hatte. Die Redaktion wollte in zwei Unterhaltungssendungen die beliebtesten deutschen Frauen und Männer ermitteln. Um dafür eine möglichst breite Basis zu erreichen, wurden drei Umfragen durchgeführt: eine repräsentative Forsa-Befragung, ein Online-Voting sowie ein „Hörzu“-Leseraufruf.

Bei der Auswertung stellte sich heraus, dass es methodische Probleme gibt, die unterschiedlichen Ergebnisse zusammenzuführen. Daher hat sich die Redaktion zunächst dafür entschieden, sich allein auf die repräsentativen Forsa-Umfragen zu stützen. Wie sich im Rahmen der Untersuchung jetzt herausstellt, hat die Redaktion dann in der Vorbereitung der Sendungen Veränderungen am Ranking der Forsa-Befragung vorgenommen, die den Zweck hatten, angefragten Gästen der Show einen attraktiveren Rangplatz zu geben. Dies geschah ohne Wissen der eingeladenen Gäste.

Dazu Dr. Himmler:  „Die Veränderungen am Ergebnis der Forsa-Umfragen sind ein grober Verstoß gegen die Programmrichtlinien des ZDF. Das ist nicht zu rechtfertigen und schadet der Glaubwürdigkeit des ZDF. Daher werden auch arbeitsrechtliche Konsequenzen geprüft. Wir werden dem Fernsehrat außerdem spezifische Regeln für Voting-Shows vorlegen. Ein zentraler Bestandteil wird die Transparenz der Ergebnisse und der Befragungsmethode sein. Ich entschuldige mich bei allen Zuschauerinnen und Zuschauern, bei allen, die an den Abstimmungen teilgenommen haben, wie auch bei den betroffenen Prominenten.“ 

Die ZDF-Manipulation in der Übersicht:

Bei der Rangliste „Deutschlands beste Männer“ wurden die folgenden Änderungen vorgenommen:

•           Frank-Walter Steinmeier (von Platz 10 auf Platz 6)

•           Franz Beckenbauer (von Platz 31 auf Platz 9)

•           Wolfgang Schäuble (von Platz 6 auf Platz 11)

•           Claus Kleber (von Platz 39 auf Platz 28)

•           Michael „Bully“ Herbig (von Platz 42 auf Platz 36)

•           Peter Kloeppel (von Platz 27 auf Platz 39)

•           Jan Hofer (von Platz 36 auf Platz 42)

 ZDF-Manipulation bei den Frauen:

Bei der Rangliste „Deutschlands beste Frauen“ wurden die folgenden Änderungen vorgenommen:

•           Hannelore Kraft (von Platz 5 auf Platz 4)

•           Helene Fischer (von Platz 10 auf Platz 5)

•           Ursula von der Leyen (von Platz 4 auf Platz 6)