Houdini – Spiel mit dem Tod im ZDF

Houdini – Spiel mit dem Tod 

Doku über den Illusionisten Harry Houdini am 19.10. um 19.30 Uhr

Houdini in einer seiner typischen Kettenentfesselung. ©ZDF und Hans Jakobi

Houdini in einer seiner typischen Kettenentfesselung.
©ZDF und Hans Jakobi

Nur wenige Menschen schaffen es, schon zu Lebzeiten zu einem Mythos zu werden: Harry Houdini, Illusionist und Entfesselungskünstler, gehört dazu. Neben seinen atemberaubenden Stunts und Befreiungsaktionen gilt er als der erste Popstar und Unterhaltungskünstler der amerikanischen Massenkultur.

Als er 1926 mit nur 52 Jahren stirbt, geben ihm Zehntausende das letzte Geleit in New Yorks Straßen. Sein Tod hat zu Spekulationen Anlass gegeben: Wurde der Meistermagier ermordet, weil er gegen Betrüger in seiner Branche vorging? Harry Houdini, als Erik Weisz 1874 in Ungarn geboren, wächst in großer Armut auf und emigriert früh mit seinen Eltern nach New York. Mit 16 Jahren fängt er an zu zaubern, mit 20 heiratet er seine geliebte Bess, die ihm jeden Abend in seiner Show zur Seite steht.

„Terra X“ inszeniert diese Shows in aufwändigen Spielszenen und lässt dabei eine Welt wieder auferstehen, die in die Anfänge der Zauberei des beginnenden 20. Jahrhunderts zurückführen. Bald erregt Houdini Aufsehen mit sensationellen Entfesselungsaktionen, die er immer weiter ausfeilt und bei denen er nicht selten sein Leben riskiert. Er tourt durch die Welt, tritt in Hamburg, Paris, London und Moskau auf und geht als weltbekannter Meistermagier später dazu über, die grassierende Mode von Geisterbeschwörungen und Séancen als Scharlatanerie zu entlarven.

Der junge Houdini war ein Straßenjunge in New York. ©ZDF und Hans Jakob

Der junge Houdini war ein Straßenjunge in New York.
©ZDF und Hans Jakob

Sein Biograf, William Kalush, glaubt deshalb fest daran, dass Houdini ein Opfer der sogenannten Spiritisten wurde – Grund genug, ihn zu töten, hätten sie gehabt. Der Deutsche Jan Rouven ist heute, fast 90 Jahre nach Houdinis Tod, einer der bedeutendsten Zauberer weltweit. Ausgezeichnet als „bester Illusionist 2014“ in Las Vegas, gilt Rouven als der Mann, der Houdinis Tricks am besten imitieren und sogar verbessern kann. Mit ihm zusammen und exklusiv für diese Dokumentation, werden an spektakulären Orten Houdinis Stunts inszeniert: Statt des Wassertanks Houdinis wird ein Aquarium mitten in der Wüste aufgestellt, eine Autostunde von Las Vegas entfernt, in das Rouven gefesselt eintaucht und sich befreien muss.

Aus Houdinis legendärer Befreiung aus der Zwangsjacke, die er zum ersten Mal am 8. September 1915 in Kansas City aufführt, wird Rouvens Entfesselung zwischen den Hochhäusern Las Vegas. Diese Befreiungsakte werden in ungeschnittenen ein- bis zweiminütigen Sequenzen gezeigt, damit gewährleistet ist, dass nicht durch Schnitte getrickst wird. Angereichert durch das modern animierte Schwarz-Weiß-Archivmaterial, entsteht die Welt Anfang des 20. Jahrhunderts mit all ihren Facetten.

Aufwändige Reenactments erzählen das Leben Houdinis, das reich an Höhepunkten ist und sprichwörtlich die amerikanische Idee vom Tellerwäscher zum Millionär und Star verkörpert. Die „Terra X“- Dokumentation geht aber auch der wissenschaftlichen Frage nach, warum unser Gehirn immer wieder auf magische Tricks und Täuschungen reinfällt. Dafür werden die renommierten Neurologen Stephen Macknik und Susana Martinez-Conde aus Phoenix, Arizona, mit ihrer einzigartigen Forschung zur „Neuromagie“ vorgestellt und interviewt.