Illegale Streaming Portale: Geiz und Mafia

Illegale Streaming Portale auf dem Vormarsch:

Dummheit, Geiz und Mafia

Ein Kommentar von Wolfgang van Deuverden

Szenenfoto „Game of Thrones“ Das Fantasy-Epos gehört weltweit zu den am häufigsten illegal gestreamten Serien, obwohl sie legal auch in Deutschland bei Sky und Sky Go zu sehen ist. © [2014] Home Box Office, Inc. All rights reserved. HBO® and all related programs are the property of Home Box Office, Inc. © 2014 Home Box Office, Inc. /Sky

Szenenfoto „Game of Thrones“ Das Fantasy-Epos gehört weltweit zu den am häufigsten illegal gestreamten Serien, obwohl sie legal auch in Deutschland bei Sky und Sky Go zu sehen ist.
© [2014] Home Box Office, Inc. All rights reserved. HBO® and all related programs are the property of Home Box Office, Inc.
© 2014 Home Box Office, Inc. /Sky

Illegale Streaming Portale sind eine der übelsten Seuchen des Internets. Aber warum nutzen überhaupt jeden Monat Millionen User mit Viren und Trojanern verseuchte illegale Streaming Portale, die noch dazu mit pornöser Werbung übelster Sorte gespickt sind, wenn sie doch für weniger als zehn Euro im Monat hervorragende legale Video on Demand Angebote online zur Verfügung hätten?

Aus Dummheit oder Ignoranz? Wegen der verbreiteten „Geiz ist geil“- Mentalität? Oder liegt es an der Sucht nach dem immer Allerneuesten? Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus all dem.

Aber gehen wir das Ganze mal der Reihe nach durch.

Vier Thesen zum Thema Illegale Streaming Portale

These 1: Illegale Streaming Portale: Nutzer sind doof.

Wer sich freiwillig stundenlang auf Seiten herumtreibt, die von regionalen Verbrechern und/oder der internationalen Mafia betrieben werden, die fremdes Eigentum stehlen, um es zu Geld zu machen handelt wenigstens grob fahrlässig, wer währenddessen seinen Computer unzähligen Sicherheitsrisiken aussetzt, ist schlichtweg doof. Wer dabei auch noch glaubt, die Betreiber dieser illegalen Streaming Portale seien eine Art „Robin Hood“ für Serien- und Filmfans, dem ist eigentlich gar nicht mehr zu helfen. Womit wir übergangslos bei der nächsten These wären:

These 2: Illegale Streaming Portale: Nutzer sind ignorant.

Wer solche Seiten und Portale nutzt, gleich ob für Filme oder Serien, ignoriert geflissentlich, dass deren Anbieter meist Teil des organisierten Verbrechens sind. Diese agieren weltweit als Banden und schrecken auch vor Erpressung, Raub und anderen schwersten Straftaten nicht zurück, um sich zu bereichern. Ganz nebenbei ignorieren die Nutzer dieser illegalen Streaming Portale auch den volkswirtschaftlichen Schaden, der durch ihr Handeln entsteht. Bedenklich ist auch die Sucht nach dem immer Neuen. Da wird der untertitelten Folge der vor wenigen Stunden in den USA ausgestrahlten Serie entgegen gefiebert, während tausende andere gute, sichere und legale online-Angebote bei Video on Demand Anbietern und in kostenlosen Mediatheken einfach ignoriert werden. 

These 3: Illegale Streaming Portale: Nutzer sind geizig.

Die Zahl derer, die tatsächlich nicht einmal zehn Euro im Monat für ein attraktives Film- und Serienangebot übrig haben, dürfte in unseren Breiten klein sein. Aber selbst jenen Usern stehen eine ganze Reihe attraktive, legale und kostenlose Angebote zur Verfügung. Geld kann es also kein Argument sein, selbst wenn man den Geiz aus jeder Pore schwitzt. Ganz besonders amüsant wird es, wenn man so Sätze hört wie „ich unterstütze doch nicht die Hollywood-Studios und die riesigen Schauspieler-Gehälter“. Aber anschauen will man sich unbedingt, was diese Studios produzieren. Und dass neben den Schauspielern tausende andere Menschen, von der Maskenbildnerin bis zur Sekretärin, von diesen Produktionen leben wird überhaupt nicht gewürdigt. Hoch lebe der geizige, egoistische Ignorant.

These 4: Illegale Streaming Portale: Nutzer sind Rechtsbrecher.

Heikles Thema, insbesondere da einige windige Adovkaten und Vertreter von Splitterparteien nicht müde werden, den Menschen regelmäßig das Gegenteil vorzugaukeln. Da werden Argumente vorgebracht, die sehr stark an Bill „ich habe nur gepafft und nicht inhaliert“ Clintons billige Hasch-Ausrede erinnern. „Nur anschauen ist kein Diebstahl, ich nehme ja nichts weg“ und andere Bullshit-Argumente hört man da. Selbstverständlich ist es Unrecht, wenn ich mir illegal verschaffe, wofür ich normalerweise zahlen müsste. Punkt und Ende der Diskussion. Der Urheber, der Produzent und Rechteinhaber, bestimmt was mit seinem Film oder mit seiner Serie passiert und was sein Produkt kostet, sonst niemand. Der TV- oder Video on Demand – Anbieter, der riesige Summen für das Lizenz-Recht der Ausstrahlung oder des legalen Streamings bezahlt hat wird ebenfalls betrogen. Das sind die Fakten. Wer hier anders argumentiert, lügt sich selbst in die Tasche und ganz schnell sind wir wieder bei These 1 angekommen.

Illegale Streaming Portale funktionieren nach dem Prinzip „Jeder nimmt sich, was er will, wann er will und von wem er will“. Würde die ganze Gesellschaft in all ihren Bereichen so handeln, am Ende käme ein Szenario heraus, das einer Endzeit-Serie würdig wäre. Auf jeden Fall aber eine Welt, in der wohl kaum jemand freiwillig leben möchte. All das sollte jeder bedenken, bevor er illegale Streaming Portale nutzt.