Joachim Fuchsberger – eine Würdigung

Joachim Fuchsberger – eine Würdigung 

Zum Tode des Schauspielers, Moderators und Entertainers „Blacky“ Joachim Fuchsberger

Joachim Fuchsberger in "Himmelfahrtskommando El Alamein" am Freitag (17.10.14) um 03:10 Uhr im Ersten. Ein Deutscher in Afrika: Oberleutnant Heitzel (Joachim Fuchsberger) führt ein Panzerregiment durch die Wüste © ARD Degeto

Joachim Fuchsberger in „Himmelfahrtskommando El Alamein“ am Freitag (17.10.14) um 03:10 Uhr im Ersten. 
© ARD Degeto

Joachim Fuchsberger ist am 11. September im Alter von 87 Jahren gestorben. Mit ihm ist eine der letzten Legenden des deutschen Fernsehens für immer von der Showbühne abgetreten.

Nach unbedeutenden Nebenrollen begann Joachim Fuchsberger 1954 seine Filmkarriere als Hauptdarsteller in dem Dreiteiler 08/15. Seine Darstellung des schlauen Gefreiten Asch, der es schließlich bis zum Leutnant der Wehrmacht bringt, machte Joachim Fuchsberger über Nacht populär.

Danach sah man ihn noch mehrfach als Uniformträger in Kriegsfilmen wie Die grünen Teufel von Monte Cassino oder als Liebhaber in zeittypischen Heimatfilmen. In den 60er Jahren wurde er als Inspektor in mehreren Edgar-Wallace-Filmen und anderen Krimis zu einem allbekannten Kinostar. Er erwies sich in dieser Zeit als Idealbesetzung für unerschrockene Verbrecherjäger und vertrauenswürdiger Beschützer verfolgter Frauen.

Weniger bekannt ist, dass Joachim Fuchsberger 1961 neben Heinz Klevenow den Archie Goodwin  in dem fünfteiligen Fernsehfilm „Zu viele Köche“ spielte. Er wirkte in den 60er und Anfgang der 70er Jahre in zahlreichen den Edgar-Wallace-Filmen mit, 2007 spielte Fuchsberger in der Edgar-Wallace-Parodie „Neues vom Wixxer“  mit. Bei Filmen, die im englischsprachigen Ausland vertrieben wurden, wurde er im Abspann häufig „Joachim Berger“ genannt. Bis zu seinem Tod stand Fuchsberger regelmäßig auf der Bühne.

1972 war Fuchsberger bei den Olympischen Spielen in München während der Eröffnungs- und Abschlusszeremonie im Olympiastadion Stadionsprecher. Bei der Schlussfeier am 11. September 1972, einige Tage nach dem Olympia-Attentat auf die israelische Mannschaft, meldete man ihm, dass möglicherweise ein Terroranschlag mit einem auf das Olympiastadion zufliegenden Passagierflugzeug bevorstehe. Die Organisatoren überließen ihm die folgenschwere Entscheidung einer Evakuierung des Olympiastadions. Fuchsberger entschied sich, die Zuschauer über den Vorfall, der sich später als unzutreffend herausstellte, nicht zu informieren, da er eine Massenpanik befürchtete.

Joachim Fuchsberger moderierte mehrere Fernsehshows (u. a. Auf Los geht’s los) und die ARD-Talkshow Heut’ abend (1980–1991), in der er 300 Mal jeweils einen prominenten Zeitgenossen zu seinem Leben befragte. Fuchsberger leistete sich mit der Zeit zunehmend, Angebote für Schauspielrollen und Sendungen abzulehnen. Er kritisierte die wachsende Oberflächlichkeit und den Qualitätsverfall im Fernsehen.

Nach dem Tod von Robert Lembke im Jahr 1989 wurde der Sendeplatz von Was bin ich? frei. Diese Lücke füllte Joachim Fuchsberger mit seinem Quiz Ja oder Nein, in dem vier Prominente die Geheimnisse der Gäste erraten mussten. Von 1988 bis 2003 drehte er für den Bayerischen Rundfunk 20 Filme im Rahmen der auf ihn zugeschnittenen Reihe „Terra Australis“, in denen Joachim Fuchsberger Menschen und Landschaften seiner Wahlheimat porträtierte.

 „Je älter ich werde, desto intoleranter werde ich.“ (Joachim Fuchsberger)