Nordkorea: Führerkult und Autoscooter

Nordkorea – seltene Dokumentation im ZDF

Mittwoch, 7. Mai 2014, 0.45 Uhr

Journalisten haben eigentlich keinen Zugang nach Nordkorea – Nur sehr selten ist es ihnen erlaubt, einen Blick hinter die Mauern und Kulissen eines der ärmsten Länder der Welt zu werfen. Der Filmemacherin Carmen Butta ist es gelungen, in einen Staat eingelassen zu werden, der von der Außenwelt so abgeschottet ist wie kein anderer. 

Kim Jong-Un - ©petersnoopy / flickr https://www.flickr.com/photos/54050720@N05/6549444309 petersnoopy

Kim Jong-Un – ©petersnoopy / flickr
https://www.flickr.com/photos/
54050720@N05/6549444309 petersnoopy

Für ein neues „auslandsjournal – die doku“ mit dem Titel „Nordkorea zwischen Führerkult und Autoscooter“, das am Mittwoch, 7. Mai 2014, 0.45 Uhr, auf dem ZDF-Programm steht, durfte die Autorin zusammen mit ihrem Team zehn Tage lang in Nordkorea drehen. Dabei bietet der Film Bilder, wie man sie aus Nordkorea noch nie gesehen hat. Er zeigt, dass Kim Jong Un mit aller Macht versucht, die Mittelschicht des Landes bei Laune und so bei der Stange zu halten, und wirft dadurch die Frage nach der Zukunft dieses Regimes auf.

„Erst wenn der geliebte General mit meiner Arbeit zufrieden ist, werde ich mich um Heirat und mein privates Glück kümmern“, so Ri Hui Ran. Wie alle Interviewpartner, die in der Dokumentation zu Wort kommen, wurde die Arbeiterin vom nordkoreanischen Kultusministerium ausgewählt, um mit dem ausländischen Fernsehteam zu sprechen.

Keine Rede von Arbeitslagern, Massenexekutionen und Raketentests. Den eingeladenen Journalisten präsentiert das Regime ein anderes und doch entlarvendes Bild von sich: eine Delfin-Show zum Vergnügen der Hauptstädter, Picknick im Park, Touristen im schönen Kumgangsan-Gebirge, der Hauptstadt-Friseursalon, Kinder, die in irritierender Perfektion vortanzen und singen. Die ausgewählten Gesprächspartner preisen ihren „geliebten General“ Kim Jong Un, beteuern, es fehle ihnen weder an Religions- noch Meinungsfreiheit, halten Nordkorea für das glücklichste Land der Welt. Und doch scheint die Diktatur in jedem der zahlreichen Interviews durch. Wie lange kann sich das Regime noch von der Welt abschotten und seinem Volk das Gefühl geben, im „besten Land der Welt“ zu leben?