Doku: Patienten im Krankenhaussystem

„ZDFzoom: Patienten im Abseits“ über das kranke deutsche Krankenhaus – System

ZDF am Mittwoch, 2. Juli 2014, 22.45 Uhr

Auch das Sterben wird pauschal abgerechnet: Palliativstationen sind für viele Kliniken nicht mehr rentabel. ©ZDF und Manuel Dalitz

Auch das Sterben wird pauschal abgerechnet: Palliativstationen sind für viele Kliniken nicht mehr rentabel.
©ZDF und Manuel Dalitz

Kaum eine Berufsgruppe hat ein besseres Image als Ärzte. Doch die „Halbgötter in Weiß“ klagen über extreme Arbeitsdichte, absurde Bürokratie und eine profitorientierte Medizin, die sich immer weiter vom Menschen entfernt. Was ist los in deutschen Krankenhäusern? Was treibt Ärzte ans Limit? „ZDFzoom“ beschäftigt sich am Mittwoch, 2. Juli 2014, 22.45 Uhr, in der Dokumentation „Patienten im Abseits – Wenn in der Klinik nur die Rendite zählt“ mit diesen Fragen.

Die Autorinnen Valerie Henschel und Sarah Zierul blicken hinter die Krankenhauspforten und begegnen Ärzten, Klinikleitern, Aussteigern und Gesundheitsexperten aus dem In- und Ausland. Sie erfahren, wie in Deutschland mit Fallpauschalen abgerechnet wird und warum so viele Kliniken fast pleite sind. Der Film gibt ungewohnte Einblicke in den Alltag deutscher Kliniken und macht deutlich, woran unser Krankenhaussystem krankt.

Vom Ziel des hippokratischen Eids, vor allem dem Wohlergehen des Patienten zu dienen, scheint in deutschen Kliniken nicht mehr viel übrig zu sein. Ökonomische Erwägungen haben in vielen Krankenhäusern offenbar Vorrang vor dem Wohl des Patienten. Die Folge: Immer mehr Ärzte leiden an Burnout-Symptomen. Einige betäuben sich während der Arbeit mit Medikamenten und Drogen, um den Anforderungen standhalten zu können. Viele wandern aber auch ins benachbarte Ausland ab – und das, obwohl in Deutschland schon jetzt zehntausende Ärzte fehlen. Was ist los in deutschen Krankenhäusern? Was treibt Ärzte ans Limit?

„ZDFzoom“ besucht eine Klinik im Schwarzwald, die auf Sucht- und Burnout-Patienten spezialisiert ist: Erstaunlich viele der Patienten dort sind Ärzte, die selbst bis vor kurzem in Krankenhäusern gearbeitet haben. Sie fühlen sich ausgebrannt, überlastet und dem Arbeitsdruck nicht mehr gewachsen. „Es gibt Untersuchungen die sagen, rund die Hälfte der Ärzte hat schon mal mit dem Gedanken gespielt, sich das Leben zu nehmen“, berichtet der Klinikleiter. Andere betäuben sich während der Arbeit mit Medikamenten und Drogen, um den Anforderungen standhalten zu können. Viele wandern aber auch ins benachbarte Ausland ab – und das, obwohl in Deutschland schon jetzt Ärzte fehlen. Mediziner, die Hilfe brauchen oder zum Risiko für Patienten und sich selbst werden – wie kann es so weit kommen?