WM in ARD und ZDF – Zwischenbilanz

Die WM in ARD und ZDF – eine Zwischenbilanz

Was war gut, was war schlecht? Wer informiert, wer unterhält, wer nervt?

Das WM-Dreamteam: Oliver Welke und Oliver Kahn auf der Studioplattform des ZDF an der Copacabana. ©ZDF und Werner Rudhart

Das WM-Dreamteam: Oliver Welke und Oliver Kahn auf der Studioplattform des ZDF an der Copacabana.
©ZDF und Werner Rudhart

Die Fußball WM in ARD und ZDF 2014 in Brasilien geht in die entscheidende Phase, die Achtelfinal – Spiele sind gespielt und Karnevalsvereine waren bei dieser WM nicht dabei, da lag Per Mertesacker völlig richtig.

So bieten die beiden Pausentage der WM in ARD und ZDF nun die richtige Gelegenheit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen: was war gut für den Zuschauer bei der WM in ARD und ZDF, was nervte?

WM in ARD und ZDF: Moderatoren-Teams

Welke und Kahn die Bestbesetzung

Zwei Duos stehen bei der WM in ARD und ZDF im direkten Vergleich, Matthias Opdenhövel und Mehmet „Gänsehautentzündung“ Scholl vs. Oliver Welke und Oliver Kahn. Beide Teams unterhalten gut, informieren sachlich und analysieren treffend. Insoweit haben beide Sender eine gute Wahl getroffen.

Dennoch hat im direkten Vergleich das Duo Oliver und Oliver Duo des ZDF die Nase vorn. Oliver Welke („Man muss sich auch in den Reporter hineinfühlen) ist einfach zu charmant, zu lustig, zu gedankenschnell. Er ist eine Traumbesetzung, das schärfste Schwert der ZDF-Sportredaktion und weit und breit ist im Lande niemand zu sehen, der Welke das Wasser reichen könnte. 

Der beste Mann bei dieser WM: Oliver Welke ©ZDF und Willi Weber

Der beste Mann bei dieser WM: Oliver Welke
©ZDF und Willi Weber

Matthias Opdenhövel, der es im Rahmen seiner Fähigkeiten ganz ordentlich macht kann hier einfach nicht punkten. Auch beim Vergleich der Ex-Profis am Mikrofon, deren Analysen dem Zuschauer helfen sollen, zu verstehen was sie eben gesehen haben geht der Punktsieg klar ans ZDF.

Ja, Mehmet Scholl ist bemüht, stellenweise unterhaltsam aber hie und da auch etwas dröge und wenig inspiriert wirkend. Hier siegt klar Oliver Kahn, der so co-kommentiert wie er einst spielte: immer top vorbereitet, immer auf den Punkt. Seine Spielanalysen sind so treffend wie der Schuss aus einem Präzisionsgewehr, dabei wirkt der knorrige Ex-Nationaltorwart aufgeräumter als sonst, manchmal fast humorvoll. Hier heißen die klaren Sieger bei der WM in ARD und ZDF Oliver Welke und Oliver Kahn. 

Die Nebendarsteller bei dieser WM in ARD und ZDF sind Haudegen wie Gerhard Delling, Reinhold Beckmann (der offenbar immer noch glaubt, seine alte Strahkraft zu besitzen die er in Wahrheit nie hatte) und der stets leicht desorientiert-verloren wirkende Rudi Cerne. Denen kann man, mit Einschränkungen, eine kurze Weile zuhören, man muss es aber nicht. Bei dem liebenswerten Giovane Elber drücken wir mal ein wohlmeinendes Auge zu – er sagt immer nur nette und freundliche Dinge – braucht man das? Nein. Schadet das? Nein. 

Die plötzlich erblondete Fachkraft für aufdringliche Anbiederung: Katrin Müller-Hohenstein

Katrin Müller-Hohenstein im Quartier der deutschen Nationalmannschaft ©ZDF und Andreas Gebert

Katrin Müller-Hohenstein
im Quartier der deutschen Nationalmannschaft
©ZDF und Andreas Gebert

Sie taucht mit Lukas Podolski in den Pool ein und leider immer noch auf den Bildschirmen auf: Katrin Müller-Hohenstein, die fleischgewordene journalistische Anbiederung. Erfreulich, dass sie nun ihre überflüssige und nervige Anwesenheit nur noch mit Beiträgen aus der dritten Reihe anzeigen darf. unerfreulich und auch unverständlich, dass sie überhaupt und immer noch besetzt wird. Klarer Minuspunkt fürs ZDF bei der Zwischenbilanz der WM in ARD und ZDF.

WM in ARD und ZDF: die Live-Reporter

Licht und Schatten bei den Reportern der Live-Spiele bei beiden Sendern. Für das ZDF nervte der noch viel zu wenig gescholtene Béla Réthy die Zuschauer bis in den Schlaf nach Spielschluss, Thomas Wark und Oliver Schmidt waren soweit erträglich, aber auch nicht überzeugend, einzig Reporter-Veteran Wolf-Dieter „Poschi“ Poschmann wusste mit Routine und meist richtigen Einschätzungen zu punkten. Wark hat sich vor der WM wohl leider einiges bei Rethy abgeschaut, er lag wie Meister Béla himself bei seinem Urteil meist falsch.

Für die ARD punkten Gerd Gottlob – und Tom Bartels, auch Jens Jörg Rieck blieb weitgehend fehlerfrei, für alle drei gibts Note 2. Einzig Steffen Simon fiel etwas ab. Insgesamt aber hat die ARD das klar bessere Live-Reporter-Team bei der WM in ARD und ZDF.

So steht es vor den Viertel-Finalspielen bei der WM zwischen ARD und ZDF derzeit unentschieden – aber nur dank Welke und Kahn, die ihre Sache so gut und überzeugend machen, dass sie die dunklen Momente, vor allem mit Réthy und Müller-Hohenstein, vergessen machen. Ob dies bis zum Endspiel genügen wird, werden wir bei der WM in ARD und ZDF nach dem Endspiel abschließend beurteilen können.