ZDFzoom: Die fragwürdigen SCHUFA – Methoden

„ZDFzoom“-Dokumentation über die fragwürdigen Methoden von SCHUFA & Co.

Update: Heute, Mittwoch, 23. Juli 2014, 23.00 Uhr, im ZDF

Der Autor des Films Andreas Baum in Berlin. ©ZDF und Stephan Thöne

Der Autor des Films Andreas Baum in Berlin.
©ZDF und Stephan Thöne

SCHUFA: Ob Hauskauf, Handyvertrag oder Mietwohnung – kaum ein Geschäft wird heutzutage ohne vorherige Abfrage bei einer Auskunftei wie der SCHUFA abgeschlossen. Wer eine schlechte SCHUFA  Bonität bescheinigt bekommt, muss meist mehr Zinsen für einen Kredit bezahlen. Doch wie verlässlich sind die Angaben der SCHUFA ?

„Bitte bringen Sie noch eine SCHUFA-Auskunft“, dieser Satz ist mittlerweile Alltag bei vielen geschäftlichen Gesprächen. Je nachdem, wie die Auskunft ausfällt, kommt beispielsweise ein Kreditvertrag zustande oder nicht. Auch für einen Handy-Vertrag, den Strom-Anbieter-Wechsel oder beim Online-Einkauf – der potentielle Kunde wird meist bei einer der großen Auskunfteien auf seine Zahlungsfähigkeit hin überprüft.

Der Markführer ist hierzulande die SCHUFA. Doch oft sind die gesammelten Daten falsch oder unvollständig, entsprechen die Bewertungen, die sogenannten Scores, nicht der Realität. Mit häufig fatalen Folgen für die Betroffenen. So werden beispielsweise Vertragsabschlüsse abgelehnt, Kredite nicht gewährt oder Darlehen einfach gekündigt, meist ohne dass die Betroffenen überhaupt wissen, warum dies entschieden wurde. „ZDFzoom“ entlarvt das zweifelhafte System von „SCHUFA & Co.“ und die oft drastischen Folgen. Experten berichten in der „ZDFzoom“-Dokumentation zudem, mit welchen häufig fragwürdigen Methoden Informationen erhoben und Urteile über die angebliche Finanzkraft der Betroffenen abgegeben werden. 

Mit den Folgen für die Betroffenen befasst sich die „ZDFzoom“-Dokumentation „Kredit oder Konkurs – Die fragwürdigen Methoden von SCHUFA & Co.“, die am Mittwoch, 23. Juli 2014, 23.00 Uhr, im ZDF zu sehen ist. Durch Stichproben bei mehreren Auskunfteien hat Autor Andreas Baum festgestellt, dass viele der abgefragten Informationen nicht korrekt oder unvollständig waren.

Ein Ergebnis, das sich mit mehreren Studien aus der Vergangenheit deckt, bei denen ein gutes Drittel der Datensätze bemängelt wurde. Die Auskunfteien, mit dieser Kritik von „ZDFzoom“ konfrontiert, verweisen darauf, dass sie laut Gesetz nicht zur Prüfung der an sie gemeldeten Daten verpflichtet seien, aber Stichproben durchführten. Das geht Kritikern nicht weit genug. So fordern Insider in „ZDFzoom“, die Auskunfteien wie die SCHUFA müssten gesetzlich verpflichtet werden, die gemeldeten Daten zu prüfen. Der Grund: Falscheinträge können die Bonitätsbewertungen verschlechtern und beispielsweise zu Kreditablehnungen führen.

Besonders in der Kritik bei Datenschützern steht das sogenannte “Geo-Scoring“. Dabei wird der Wohnort als maßgebliche Berechnungsgrundlage für die angebliche Bonität angenommen. Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein, in „ZDFzoom“: „Ich halte das Geo-Scoring für eine total diskriminierende Einrichtung. Statistische Vorurteile sind gang und gäbe, da keine individuelle Betrachtung stattfindet, sondern nur eine statistische, die in sehr vielen Fällen falsch ist.“

Im zuständigen Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz sieht man Handlungsbedarf. Gegenüber „ZDFzoom“ sagt der zuständige Staatssekretär, Ulrich Kelber: „Wir haben deswegen eine Studie in Auftrag gegeben. Die Studie soll klären, ob die Regeln aus dem Bundesdatenschutzgesetz für Auskunfteien ausreichend sind für den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher.“ Verbraucherschützer raten daher: Jeder Einzelne sollte regelmäßig durch Selbstauskünfte kontrollieren, was wo über ihn gespeichert ist. Erfahrungen mit der SCHUFA , die fast jeder Verbraucher kennt.