Zecken – das Sommer-Thema? ZDF-Doku Sonntag

Die Angst vor Zecken geht um

Upate: Zecken – Gefahr aus dem Wald, morgen, Sonntag, 01. Juni, 14.45 Uhr im ZDF

"Zecken-Gefahr aus dem Wald" Ein vollgesaugtes Zeckenweibchen ©ZDF und Urs Wyss

„Zecken-Gefahr aus dem Wald“ Ein vollgesaugtes Zeckenweibchen
©ZDF und Urs Wyss

Update: Zecken – das Thema wird von Tag zu Tag aktueller, die Bedrohung ist allgegenwärtig und real: Zeckeninvasion in Deutschland: 2014 könnte zum „Jahr der Zecken werden“. Bis zu 200 000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Lyme-Borreliose, eine durch Zeckenbisse hervorgerufene Krankheit. Dieses Jahr könnten die Zahlen noch höher liegen. Gründe dafür sind unter anderem der milde und teils feuchte Winter, aber auch Wildtiere im Wald. Sie sind Blutmahlzeiten für die Zecken, wie die ZDF-Umweltdokumentationsreihe „planet e.: Zecken – Gefahr aus dem Wald“ am Sonntag, 1. Juni 2014, 14.45 Uhr, zeigt. 

Es kann jedem passieren bei jedem Spaziergang: Bis zu 200.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an Lyme-Borreliose, einer Krankheit, hervorgerufen durch Zeckenbisse. 2014 könnten die Zahlen erstmals noch höher liegen, denn der Winter war besonders mild und an vielen Stellen feucht. Der „gemeine Holzbock“ – wie die Zecke auch genannt wird – vermehrt sich unter diesen Bedingungen prächtig.

Pharmakonzerne versuchen aus der Angst vor Zecken Profit zu schlagen: Sie wollen Impfstoffe verkaufen und haben ein Interesse daran, möglichst viele Gebiete als zeckengefährdet auszuweisen. Denn neben der weit verbreiteten Borreliose, gegen die es keinen Impfstoff gibt, existiert noch eine weitere Krankheit, die durch Zeckenbisse verursacht wird: die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME genannt, eine Hirnhautentzündung. 300 Menschen erkranken jedes Jahr daran, Todesfälle sind sehr selten, aber man kann sich gegen die Ansteckung impfen lassen. Die Angst vor FSME treibt den Umsatz der Pharmaindustrie nach oben. Trevor Petney, Zeckenforscher aus Karlsruhe, warnt vor Übertreibungen: „Angst sollte man vor einem Zeckenstich schon haben. Aber es kann nicht so weit gehen, dass man sich in seiner Lebensqualität einschränken lässt“, sagt Petney. Joggen, Wandern, Sonnenbaden oder einfach nur die Natur genießen sollten also kein Tabu sein. Wer seinen Körper danach gut absucht, vermindert das Risiko einer Infektion um ein Vielfaches.

Trevor Petney leitet das in Europa einmalige Zeckenprojekt, bei dem erstmals über lange Zeit Zecken, ihre Habitate und Wirtstiere untersucht werden.  ©ZDF und Felix Bessner

Trevor Petney leitet das in Europa einmalige Zeckenprojekt, bei dem erstmals über lange Zeit Zecken, ihre Habitate und Wirtstiere untersucht werden.
©ZDF und Felix Bessner

Petney und sein Team untersuchen seit zwei Jahren die Ursachen für die Zeckenvermehrung – die Wechselwirkungen zwischen Erregern wie Borreliose, den Zecken und den Hauptwirten. Solche Wirte sind nicht nur die kleinen und die großen Tiere im Wald, wo die Zecken Blut saugen können, sondern auch der Mensch. Ziel der Wissenschaftler ist es, Vorhersagen zu treffen, wann und wo Zeckengefahren drohen, ähnlich wie beim Pollenflug. Vor allem im Frühjahr sind die Blutsauger aktiv, bei sonnigem Wetter und wenn es nicht zu heiß ist. Viele Faktoren sprechen dafür, dass uns die Zecken in Zukunft noch mehr plagen werden, und auch, dass manche Ursachen für die Zeckenplage menschengemacht sind. „planet e.“ macht sich in Deutschland und den USA auf die Suche nach den wahren Ursachen der Zeckenplage und erklärt, wie gefährlich Zecken wirklich sind.

„planet e.“ macht sich in Deutschland und den USA auf die Suche nach den Ursachen der Zeckenplage und erklärt, wie gefährlich Zecken wirklich sind. Forscher in Amerika haben entdeckt, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der Zunahme von Weißwedelhirschen und der Anzahl der Zecken. Diese benutzen die Wildtiere als Wirte, trinken deren Blut und lassen sich dann auf den Boden fallen. Dort wiederum werden sie vor allem von Mäusen weiterverbreitet, infizieren sich mit Erregern und können für den Menschen, der mit ihnen in Berührung kommt, gefährlich werden. Gelten die amerikanischen Forschungsergebnisse auch bei uns? Ist die Zunahme der Rehpopulationen in deutschen Wäldern, angeheizt durch die Wildtierfütterungen der Jäger, mit dafür verantwortlich, dass es bei uns so viele Zecken gibt?

Die Jägerschaft wehrt sich gegen diese Vorwürfe, Wissenschaftler aber sammeln immer mehr Indizien: An der Universität Karlsruhe erforscht der Australier Trevor Petney das Verhalten und den Lebensraum der Zecken. Vor allem im Frühjahr sind die Blutsauger aktiv, bei sonnigem Wetter und wenn es nicht zu heiß ist. Viele Faktoren sprechen dafür, dass uns die Zecken in Zukunft noch mehr plagen werden und viele Ursachen für die Zeckenexplosion menschengemacht sind.